Treat of the day: der beste Nüsslisalat

Ich wollte schon den ganzen Winter über ihn schreiben und schaffe es erst jetzt, kurz vorm Ende der Saison. Ich habe jahrelang Nüsslisalat gemieden. Diese labbrigen Blätter erinnern mich an die lahme Zunge eines schlechten Küssers. Ich konnte und wollte lange nicht glauben, dass es sich bei den so gluschtig umschriebenen Rapunzeln im Märchen der Gebrüder Grimm, tatsächlich um den Nüsslisalat handelt.

Nun. Nüsslisalat kann auch anders. Er kann fester und sogar leicht knackig sein als der Gewächshausmüll, den sie allerorts verkaufen. Der winterharte Salat muss nämlich im Freien wachsen, wo er teils sehr aufwändig von Hand sogar bei Schnee geerntet wird. Dadurch ist der Ertrag beim Freilandsalat deutlich tiefer, was wiederum seinen stolzen Preis rechtfertigt.

Den für mich besten Nüsslisalat produzieren und verkaufen Haab-Walser auf dem Zürcher Markt. Die Saison beginnt im November und endet spätestens im April.

Ich würde hier gerne ein super kreatives mit Granatapfelmelasse-Trüffeln-weiss-der-Gugger-was gespicktes Rezept niederschreiben, aber weshalb sollte ich? Klassisch schmeckt er mir am besten:

200g Freiland-Nüsslisalat* von Haab-Walser
2 gekochte Hühner- oder 1 Gänse-Ei*
4 kross-gebratene Scheiben Frühstücksspeck vom Wollensäuli
Salatsauce mit fein gehackten Zwiebeln

* auch unter den Namen Feld- oder Vogerlsalat bekannt.
** Saison für Gänseeier ist meist nur von Januar bis Mai.

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