Cailles rôties à la lavande (Wachteln mit Lavendel)

Dieses Jahr werde ich wohl keine Sommerferien machen, weil es mir einfach an Zeit fehlt. Mein Kollege findet aber, dass ich es doch nötig hätte und deswegen füllt er in meinem Namen Ferienwettbewerbe aus. Kürzlich für einen Flug nach Tel Aviv. Gut, ich mag die Stadt und die Gegend, aber wäre ich frei, wäre im Moment die Provence die erste Wahl. Ich habe mir vor diesem Blogeintrag Gedanken darüber gemacht, warum sich diese Region im Süden Frankreichs so von anderen mediterranen Gebieten unterscheidet. Obwohl ich nicht mit den Klischees spielen möchte, sind es doch auch die Farben der Landschaften und die Düfte der Lavendelfelder. Das ist einfach einzigartig. Ich kann nicht zwar nicht im Moment gerade nicht hinfahren, trotzdem gönne ich mir eine kleine Auszeit. Um die Stimmung der Farben zwischen leuchtend gelben Weizenfelder, Zypressen und dem tiefblauem Himmel zu geniessen, bin ich zu den umliegenden Sammlungen in Winterthur und Baden gefahren und habe die Werke der Impressionisten bewundert. Ich bin ein riesiger Fan von van Gogh, aber auch von Paul Cézanne. Zum anderen habe ich die Düfte, also hier speziell den Lavendel, in mein Essen einfliessen lassen.

Provence..Einen provenzialischen Klassiker, den ich schon lange mal ausprobieren wollte, ist Poulet à la lavende – Poulet mit getrocknetem Lavendelblüten. Allerdings habe ich Wachteln verwendet. Poulet kann schnell trocken werden, Wachteln sind trotz ihres zarten äussern Anscheins sehr robust und die Brüstchen bleiben länger saftig.

Wachteln haben diesen Gourmet-Faktor, obwohl sie preislich immer noch günstiger als etwa Entrecôte sind und die Zubereitung ist wirklich kinderleicht. Ich reibe sie mit einer Lavendelmarinade ein und schiebe sie ins Rohr – ça suffit! Man kann sie noch dressieren oder man brät sie, wie von Fergus Henderson empfohlen, vorher kurz in der Pfanne an, aber auch das ist nicht zwingend nötig.

Minimaler Aufwand für maximalen Genuss

Der Mitbewohner war vollends zufrieden. Mir sind die Aromen vom Lavendel zu intensiv. Trotzdem, die Wachteln sind eine Wucht!

Zutaten für 2 Personen:

2-3 Wachteln* à ca. 170g
Olivenöl
1-2 TL flüssiger Honig
1/2 TL getrocknete Lavendelblüten**
4 Zweige Thymian
Salz und Pfeffer
1/4 Bio-Zitrone, Saft und Abrieb
400g Frühkartöffelchen

* Unbedingt achten, dass sie nicht aus Käfighaltung stammen.
** Selber sammeln und trocknen oder im Reformhaus kaufen.

Zubereitung:

1. Kartoffeln wenn nötig halbieren und in einer Gratinform mit Olivenöl, Salz und mit Thymianblättchen vermischen. Bei 200 Grad für 7 Minuten in den Ofen schieben.

2. Marinade aus Olivenöl, Honig, Lavendel, Zitronensaft, Abrieb und Thymianblättchen (1-2 Zweige) vorbereiten und die Vögel damit einreiben. Innen und aussen salzen. Je einen kleinen Zweig Thymian in den Bauch stecken und diesen entweder mit einem Zahnstocher verschliessen oder die Beinchen mit Küchengarn dressieren.

3. Wachteln auf die Kartoffeln legen und 20 Minuten backen. Grill einstellen und bei 230 Grad nochmals 10 Minuten backen, bis die Haut schön knusprig ist.

4. Zusammen mit den Kartoffeln anrichten.

Dazu passt: knackiger Kopfsalat und ein französischer Weisswein oder ein leichter Rotwein.

Mein Tipp: ein ideales Gericht für einen warmen Sommertag. Anstelle von Wachteln kann man auch ein Mistkratzerli verwenden. Zum Dessert eignen sich französische Melonen. Das orange-rosa Fruchtfleisch der Charentais-Melone ist süss und sehr saftig. Die Melone stammen hauptsächlich aus dem Westen Frankreichs und sind nach dem Fluss Charente benannt.

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