Peperonisalat mit Kapern, Sbrinz und frischen Kräutern

Es ist Sommer! Gut, das Wetter will noch nicht so richtig, aber ich bin zuversichtlich. Grillabende mit Freunden und Familie stehen an. Häufig wird man bei dieser Gelegenheit aufgefordert, einen Salat mitzubringen. Damit man nicht wieder mit dem üblichen  Tomaten-gähn-geschmacksfreien-Mozzarellakügeli-Salat antanzen muss, habe ich hier nochmals meine Salate aufgeführt:

Da man aber von fröhlich, bunten Sommersalaten nie genug kriegen kann, erweitere ich die Liste um einen weiteren. Für diesem Blogeintrag setze ich den Fokus auf die Peperoni. Die Peperoni ist eines dieser Gemüse, bei dem niemand mehr die wahre Erntezeit kennt, weil es einfach immer erhältlich ist. Sei der Supermarkt auch noch so munzig, Peperoni gibt es immer. Woher dieser Peperonifanatismus stammt, weiss ich nicht.

Das ist noch nicht allzu lange so. Meine Mutter erzählte stolz, wie meine Oma manch mediterranes Gemüse vom Au-Pair-Aufenthalt in Frankreich mitbrachte und die Raritäten daheim für ihre Familie anpflanzte. Ende der 1940er oder in den 50er Jahren hatte kaum jemand im Appenzell je Auberginen oder Peperoni gegessen. Wirklich viele Peperoni werden aber auch heute noch nicht in der Schweiz angebaut. Die Saison ist kurz, denn das Klima eignet sich nur mässig dafür; soviel zum Thema Regionalität.

DSC_0761Übrigens, für alle, die es vergessen haben: Peperoni ist ein Sommergemüse. Erntezeit dauert von Juni bis Oktober. Die Deutschen kennen Peperoni nur unter dem Namen Paprika. Das führt teilweise zu Verwirrungen, denn in der Schweiz bezieht sich dieser Name, genau wie in der englischen Sprache auch, auf das Gewürz derselben Pflanze.

Am liebsten mag ich die Peperoni als Antipasti, und da ich sie wie viele andere roh nicht so gut vertrage, röste ich sie zuerst im Ofen. Danach lässt sich die Haut leicht abziehen. Anschliessend mische ich das Gemüse mit vielen frischen Kräutern, Kapern und Sbrinz zu einem leckeren Sommersalat. Man kann natürlich, und dann geht’s echt rassig, im Öl eingelegte, geschälte Peperoni verwenden. Allerdings hat bloss schon der Geruch der im Ofen schmurgelnden Peperoni seinen Reiz. Ich habe gleich eine grössere Menge Peperoni im Ofen gebacken und einen Teil davon in Gläser eingemacht. Wenn sie gut mit Öl bedeckt sind, halten sie monatelang im Kühlschrank (Rezept).

Für diesen Salat habe ich mich ein weiteres Mal vom grossen Meister Yotam Ottolenghi inspirieren lassen. Ich habe sein Rezept allerdings sehr stark vereinfacht.

Peperonisalat mit Kapern, Sbrinz und frischen Kräutern

Zeitaufwand circa 50 Minuten

Zutaten für 2 Personen:

1 rote Peperoni
1 gelbe Peperoni

für die Sauce:
3 EL Olivenöl
2 EL Balsamico
½ TL Rohrzucker
1 kleine Knoblauchzehe, gepresst
1 EL Kapern aus dem Glas

2 Zweige Thymian
1 kleiner Bund Peterli, grob geschnitten
1 kleine handvoll frischem Basilikum, Blätter ganz lassen
40g Sbrinz, fein gehobelt
Salz und reichlich frisch gemahlener Pfeffer

Zubereitung:

1. Peperoni ganz im Ofen bei 220 Grad Umluft auf einem mit Backpapier belegten Blech 30 Minuten rösten. Das funktioniert auch auf dem Grill.

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2. In der Zwischenzeit die Zutaten für die Salatsauce mischen und beiseitestellen. Vom Sbrinz mit dem Sparschäler dünne Scheiben abschneiden.

3. Peperoni mit einem feuchten Tuch abdecken und im Kühlschrank auskühlen lassen. Danach lässt sich die Haut abziehen. Das Gemüse entkernen und in mundgerechte Stücke schneiden.

4. Gemüse mit der Sauce vermischen. Mit Salz und reichlich Pfeffer würzen. Die Kräuter erst kurz vor dem Servieren dazugeben, damit sie nicht „lampig“ werden.

Dazu passt: Grillade, zum Beispiel grillierte Sardinen

DSC_07921Mein Tipp: Man kann sich Arbeit sparen, indem man in Öl eingelegte, geschälte Peperoni verwendet. Dann einfach weniger Olivenöl für die Salatsauce verwenden.

 

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