Nüssli-Salat mit Stierhödeli

Mein Blog basiert auf einem privaten Engagement. Meist kaufe ich die Zutaten selber ein und esse sie danach auch. Ihr könnt euch vorstellen, dass ich nicht jeden Tag Lust auf Experimente mit Euter &Co verspüre. Oft koche ich lieber ein Wohlfühlessen. Auch meine bessere Hälfte, der zwar mit zunehmendem Interesse als Testesser fungiert, muss ich bei Laune halten. Und wir hatten eine goldene Regel: keine Hoden!

Als ich nach dem Treffen mit Cäsar Bürgi vom Hof Silberdistel mit einem Pack Stierhödeli heimkehrte, brach ich diese Vereinbarung.

Cäsar und seine Familie betreiben einen Hof wie im Bilderbuch. Viele ihrer Tiere verarbeiten sie noch selber (sein Cervelat ist *mmmmhh*). Als er mir seine Schätze in der Kühlkammer zeigte und mir gar diese zwei Hoden schenken wollte, konnte ich trotz gehöriger Skepsis einfach nicht widerstehen.

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Stierhoden

Stierhoden werden vielerorts noch gegessen. Überall reissen die Leute Witzchen mit Namen wie Spanischen Nierchen oder Prärie-Austern. Vor 10 Jahren habe ich sie auf einem Festival in Neuseeland als „Mountain Oysters“ angetroffen. Damals fand ich es eine Effekthascherei. Ich glaubte nicht an ihren kulinarischen Wert und habe sie auch nicht probiert.

Wie ihr schlecht auf dem Foto erkennen könnt, sind sie gar nicht gross. Einer passt gut in meine Hand. Jetzt bitte keine schlüpfrigen Gedanken! ;-)

In meinen Augen ist also die ganze Nose-to-Tail Bewegung nicht darin begründet, dass wir Hoden essen. Nur meine Neugierde war inzwischen gross. So sehr, dass ich sie über das Wohl meiner Beziehung stellte. Zur mentalen Unterstützung lud ich Anna Pearson zum Verkosten ein. Genau wie ich reagierte auch Anna etwas zögerlich. Wir schauten uns an: we can do it! Etwas unsicher pochierte ich die Hoden und briet sie anschliessend in der Pfanne. Der Mitbewohner, selbst auch von der Neugierde übermannt, gesellte sich zu uns. Und siehe da, er wollte auch probieren.

Das Fazit kam für uns alle überraschend: Gar nicht mal schlecht. Sie sind superzart und schmecken ganz, ganz leicht nach Leber. Ich finde sie sogar richtig wohlschmeckend!

Nüssli-Salat mit Stierhödeli

Zutaten für 4 Personen als Vorspeise

2 Stierhoden
Mehl
300g Rosenkohl
1-2 Handvoll Piemonteser Haselnüsse
Salz und Pfeffer

für die Vinaigrette:
Apfelessig
Sonnenblumenöl
1 Prise Zucker
Salz und Pfeffer

Zitrone

Zubereitung:

1. Rosenkohl fein hobeln oder schneiden. Im Wok anbraten und mit Salz und  Pfeffer würzen.

2. Die Hoden schälen (die Haut abziehen) und anschliessend einige Minuten im Salzwasser pochieren.

3. Die Hoden in Scheiben schneiden und in mit Salz und Pfeffer gewürztem Mehl wenden. Beidseitig in einer Bratpfanne goldbraun backen.

4. Die noch warmen Hoden mit Gemüse, Haselnüssen und der Vinaigrette anrichten.

Mein Tipp: schmeckt auch ohne den Salat als Hodenknusperli

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