Frohe Ostern, liebe, fleissige Legehenne

Ein Thema beschäftigt mich an Ostern immer besonders: woher kommen all die Eier und was passiert mit den Hennen nach Ostern? Wir essen ungefähr einen Fünftel mehr Eier während dieser Tage als an einem normalen Wochenende. Ich habe mich gestern kurz mit einem Thurgauer Bauern unterhalten. Obwohl er keinen reinen Bio-Hof betreibt, kaufe ich gerne bei ihm Hochstamm-Äpfel oder eben Eier ein. Er lässt seine alten Hennen einfach bis nach den Feiertagen leben lässt. Dann werden die Eier halt ein bisschen grösser, aber das sei ja auch egal. Und danach? Er schaute etwas beschämt zu Boden. Die Brüstchen verwenden sie noch für den Eigengebrauch. Seine Frau mache eine tolle Paste daraus – wie Thonmousse. Man könne sogar Fleischkäse daraus machen. Aber mit dem Rest? Abfall.

Traurig nicht?

Alle, die jetzt wütig mit dem Zeigefinger rumfuchteln, möchte ich gerne fragen: habt ihr schon mal ein Suppenhuhn gekocht? Das dauert. Ich habe letztes Jahr ein paar alte Hennen verarbeitet. Ich will euch keine kulinarischen Höhenflüge versprechen: viel ist an so einem zerbrechlichen Tierchen nicht mehr dran. Aber es ist einfach eine gute Erfahrung, denn man stellt sich die eine oder andere Frage zur Eierproduktion.

Rezepte mit Suppenhuhn

Meiner persönlichen Erfahrung nach – und die hat mich damals viel Überwindung gekostet – finde ich den Einsatz von Hühnerfüssen ganz toll. Nein, keine Angst. Essen müsst ihr sie nicht. Einfach als Aromaträger in die Bouillon geben und danach entfernen. Auch Maggikraut und Selleriegrün wirken Wunder!

Fastenzeit und die Eier
Während der 40tägigen Fastenzeit vor Ostern war der Verzehr von Fleisch und tierischem Fett untersagt. Doch im Frühjahr legten die Hühner während dieser Zeit weiter Eier. Die Eier wurden gesammelt, gekocht und schliesslich an Ostern konsumiert. Durch das Kochen wurden sie haltbar gemacht (Quelle: brauchtum.de).

Suppenhuhn (Photo credit: Therese Krähenbühl)
Suppenhuhn (Photo credit: Therese Krähenbühl)

 

 

 

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