Härdöpfelstock mit Hühnerfuss-Thymian-Sauce

Diese ganze Avocado-Beerli-Smootie-iss-dich-schön-Gesundheits-Bewegung nervt mich. Im vollen Ernst riet eine 20jährige kürzlich, man solle Bananenglace zum Frühstück vertilgen: ein zuckerfreies Frühstück (echt?) und deshalb nicht nur extrem lecker, sondern auch total gesund.

Nun, davon halte ich wenig. Mein Magen würde bei so einer Diät heftigst rebellieren. In unserem Familie sind alle mit einem sensiblen Magen gestraft. Und ist auch ein Grund weshalb ich auf Suppen aller Art schwöre. Selbst zum Frühstück, wie es übrigens in vielen Ländern üblich, mag ich eine warme Bouillon. Sie nährt, sie wärmt und sie macht glücklich.

Das Gericht in diesem Eintrag ist zwar keine Suppe, aber die Basis dafür ist eine gute Bouillon. Ich hatte von kuhteilen.ch und unserem gemeinsamen Auftritt im Kochatelier am diesjährigen Slow Food Market (siehe unten), eine Unmenge an Hühnerfüssen und -köpfen vorrätig. In vielen durchsichtigen Plastikbeuteln lagerte ich sie auf unserer Terrasse. Das reinste Schlachtfeld. Der Anblick war auch für eine hartgesottene Nose-to-Tail-Aficionada wie mich gewöhnungsbedüftig. Und die Zürcher Stadtfüchse ignorierten die potentielle Beute sowieso. Die sind sich Besseres gewohnt.

Hühnerfuss-Bouillon

Um einen Teil dieser Hühnerteile zu verwerten, habe ich sie also als Bouillon gekocht. Hierfür nimmt man einen Dampfkochtopf voll mit geputzten Hühnerfüssen, bedeckt ihn mit Wasser, schliesst den Deckel und lässt die Suppe für 25 Minuten auf der ersten Stufe garen. Es gibt sehr viele Rezepte hierfür – auch bei mir findet ihr diverse Bouillon-Anleitungen (siehe hier). Ich habe mich durch etliche Rezepte durchgekämpft. Und das mit dem Fazit: lasst euch nicht von einer langen Zutatenliste einschüchtern. Wichtig sind die Geflügelteile in einer anständigen Qualität. Vielleicht noch eine gebräunte Zwiebel und etwas Weisswein. Alles andere ist sekundär.

Nun aber endlich zum Rezept: Es ist ein Kartoffelstock, den ich mit Bouillon (plus Sauce) anstelle von Milch oder Rahm gekocht habe. Ich habe das in einem sehr schönen Buch (siehe unten) gelesen und war anfänglich guten Mutes. Mit dem Ergebnis war ich dann aber so mässig zufrieden… Alles zusammen ist ein bisschen langweilig. Und das obwohl ich die Geschichte noch mit wildem Urwaldpfeffer aufgepeppen wollte.

In meinen Augen gibt bessere Verwendungszwecke für die Hühnerfüsse als in diesem Rezept. Ich werde euch auf dem Laufenden halten ;-)

Härdöpfelstock mit Hühnerfuss-Bouillon-Thymiansauce

Rezept: inspiriert von Jennifer McGruther

Zutaten für 3-4 Personen:

1 Kilo mehligkochende Kartoffeln, gewaschen
2 EL Salz
30-40g Butter oder Schmalz
3 dl Bouillon aus Bio-Hühnerfüssen

für die Sauce
0.5 dl Bouillon aus Bio-Hühnerfüssen
2 EL Butter oder Schmalz
30 g Mehl
2 Zweiglein frischer Thymian
wilder Pfeffer
Salz

Zubereitung:

1. Kartoffeln in der Schale in Salzwasser weichkochen.

2. Für die Sauce die Butter bei schwacher Hitze in einem Topf zerlassen. Das Mehl hinzugeben und alles mit einem Schneebesen verrühren, bis eine glatte Masse entsteht. Die Bouillon unter ständigem Rühren in die Mehlschwitze geben, bis eine sämige Sauce entsteht. Mit Salz abschmecken

3. Für den Stock die 3 dl Bouillon erwärmen, Kartoffeln halbieren und mit der Schnittfläche gegen unten durch die Presse in die Bouillon drücken. So muss man sie nicht heiss schälen. Die Schale bleibt in der Presse haften. Butter unterrühren. Mit Salz abschmecken.

4. Sauce und Kartoffelstock heiss zusammen servieren und mit Thymian und wildem Pfeffer würzen.

Mein Tipp: dieses Rezept eignet sich gut für Menschen mit einer Laktoseintoleranz – dafür den Butter durch Schmalz ersetzen.

Wo kauft man Hühnerfüsse? Am besten bei einem Pouletproduzenten, der auch selber schlachtet. Meine waren von einem Bio-Produzenten aus dem Emmental.

 

Impressionen von unserem Chicken & (Big Green) Egg Workshop am Zürcher Slow Food Market

Die Fotos stammen von meiner lieben Kollegin Therese, die unseren Workshop besucht und auch auf ihrem Blog Essen wie Zuhause darüber berichtet hat.

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