Blutwurst unter freiem Himmel und 400 tote Kaninchen

Wie schon letztes Jahr habe ich auch in diesem Sommer die Einladung vom Verein zur Förderung des Ansehens von Blut- und Leberwürsten, kurz VBL, zur Sommermetzgete in einer Waldhütte am Rand von Affoltern a.A. dankend angenommen. Der Fokus einer jeden Schweizer Metzgete, und da kennen sich die Vereinsmitglieder aus, ist die Rahmblutwurst, die Boudin à la crème. Die Schweizer Blutwurst ist nicht mit deutschen, französischen oder spanischen Rezepten zu vergleichen. Sie ist einzigartig und verdient genau deshalb ihren eigenen Verein, der sie ausgiebig würdigt und ehrt. Denn die Rahmblutwurst ist in meinen Augen eines der grossen kulinarischen Erben der Schweiz.

Wenn ich sie kurz umschreiben müsste, würde ich am ehesten den Vergleich mit japanischem Seidentofu wählen. Natürlich ist auch der Geschmack (die innige Symbiose mit Apfel…) eine lustvolle Erfahrung, doch es ist die einzigartig feine Textur, die mich schon als Kind verzaubert hat. Boudin à la crème bringt meine Augen zum Glänzen, und wer sie noch nie probiert hat, dem empfehle ich es wärmstens. Ich liebe Blutwurst. Schon immer. Und es wird immer so sein.

Glatt wie Seidentofu

Aber ich schweife ab – zurück zur Sommermetzgete: als Première haben wir dieses Jahr neben Schweineblut auch Kaninchenblut verwendet. Die Organisatoren haben bei einem Schlachthof Blut von 400 Tieren (!) erstanden, das wohl sonst kaum als Lebensmittel genutzt worden wäre. Kaninchenblut ist im Rohgeschmack etwas milder und weniger fettig als Schweineblut. Das wiederum macht dann auch die Textur nicht ganz so wünschenswert, wie es bei der Schweineblut der Fall ist (wie schmeckt eigentlich Ziegenblut? siehe hier). Trotzdem war es eine interessante Erfahrung, und ich möchte mich ganz herzlich bei Charly, Pico, Aschi und Wädi vom Verein bedanken! Es war ein spassiger Nachmittag, und es ist mir immer eine grosse Freude, meine innige Leidenschaft für Blutwurst mit anderen verrückten Menschen zu teilen.

 

Nach meinen zahlreichen Blutwurst-Artikeln wisst ihr treue Blogleser längst, wie man Blutwurst zubereitet. Deshalb hier nur kurz der Verweis dazu: hier und hier. Die Bilder vom diesjährigen Event möchte ich euch allerdings nicht vorenthalten. Und vielleicht ist der eine oder andere nächstes Jahr ja auch mit von der Partie!

 

Blut von 400 Kaninchen
Natur pur: Frische Gartenkräuter
Rindsdärme
Schweineschmutz
Schweineblut
Erwärmtes Schweineblut
Wursten mit Stil: ein Glas Sekt darf nicht fehlen
Zugabe von Milch und Rahm
îles flottantes mal anders…
(Photo credit: Charly Keiser)
(Photo credit: Charly Keiser)
Boudin à la crème
Fertig!
VBL: der Verein zur Förderung des Ansehens von Blut- und Leberwürsten

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