s’Pilzle

Oh, wie habe ich das als Kind gehasst! Jeden Sonntag mit Gummistiefel und Körbli bewaffnet in den Wald. Besser wurde es dann, als ich einen Hund bekam. Der fands genauso öde. Obwohl in meiner Familie vorwiegend Eierschwämme, Maroniröhrlinge und Steinpilze gesammelt wurden, konnte ichs nicht mehr sehen, denn: „überall hets Pilzli draa“. Und der doofe Dörex erst! Schon beim Frühstück Pilzgeruch in der Nase…photo 2

Als erwachsene Frau dann das Erwachen. Läck Bobbi, was so ein Säckli getrocknete Bio-Steinpilze (im Coop aus dem Kosovo…) kostet. Völlig neu war für mich auch die Hysterie zum Thema giftige Pilze und die noch grössere um die Zeckenbisse.

Heute gehe ich wieder pilzlen, denn es ist schön. Man ist draussen im Wald. Der Geruch vom modrigen Holz und über einen sanften Teppich aus Moos zu gehen, beruhigt und entspannt. Dieses Jahr erwartet uns als Entschädigung für den feuchten Sommer eine Rekordpilzernte. Daher: looos, ab in den Wald!

Einfache Tips:

  • Die Saison startet ab August – je nachdem, wie feucht es ist
  • Ich nehme nur die Pilze, die ich kenne. Mal einen Pilzführer aufschlagen oder im Migros die Pilze in natura anschauen ;-). Wichtig: Wenn sie klein sind, dann ist es besonders schwer, sie zu bestimmen. Im Zweifel halt stehen lassen.
  • Ich reisse nie wahllos irgendwelche Pilze aus und werfe sie dann wieder zu Boden. Die Pilze sind die Fruchtkörper und verteilen die Sporen. Sie gehen eine Symbiose mit den Bäumen ein und sind für deren Nahrungsaufnahme elementar.
  • Pilze immer im Körbli transportieren und niemals im Plastiksack.
  • Nach dem Spaziergang Kleider ausziehen und sich nach Zecken untersuchen. Zecken brauchen eine Weile, bis sie irgendwo zubeissen.
  • Sprüche wie „man muss wissen, wo die Pilze wachsen, sonst machts voll keinen Sinn“ sind doof. Es braucht Geduld, etwas Kenntnis und halt auch ein bisserl Glück. Der Boden darf nicht allzu trocken sein. Ich geh immer in Tannenwälder und dann heissts halt suuuchen… Es ist nicht wie bei der Migros. Findet man nichts, dann war man zumindest an der frischen Luft. :)

Zur Verarbeitung:

Pilze putzt man mit dem Sackmesser und schabt die schmutzigen Stellen vorsichtig ab. Evtl. nachher noch mit einem feinen Bürsteli oder einer weichen Zahnbürste. Man wäscht Pilze nicht. Wer sich vor Reh-Pipi ekelt, will lieber nicht wissen, was sonst noch alles an unseren Lebensmitteln klebt… ;-)

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