Lamm mit Kichererbsen, Joghurt und Minze – #schmorenimsommer

Niemand stört sich an ein bisschen Aufschnitt, Schinken oder Hackfleisch. Eigentlich nimmt man das schon gar nicht mehr gross als Fleisch wahr. Aber eine Haxe – ein ganzer Unterschenkel –  ist in den Augen vieler einfach zu brachial. Haxen verbindet man mit der bürgerlichen Küche. Man denkt an stämmige Burschen in bayrischen Biergärten und assoziert die Haxe mit der vermeintlich ruinierten Bikinifigur.

Dass eine Haxe aber auch ganz anders kann, zeigt etwa das italienische Schmorgericht Ossobuco. Die Haxe ist also einen Versuch wert. Nicht nach Italien, nein noch weiter südlich nach Nordafrika führt die kulinarische Reise in diesem Beitrag. Es geht nach Marokko, wo scharfe Schmorgerichte mit orientalischen Gewürzen auch in den heissen Sommermonaten für Abkühlung sorgen. Dafür habe ich Lammhaxen verwendet, die wesentlich kleiner sind als diejenigen vom Kalb.

Das Lamm stammt im übrigen nicht aus Neuseeland oder Australien, sondern aus dem Aargau. Geschlachtet wurde es in der Nähe von Brugg von Ernst Lüthi.

Man kann jedem Gast eine ganze Haxe inklusive imposantem Knochen servieren. Der Mitbewohner und ich aber haben uns zu zweit eine geteilt. Sie war ohne Knochen knapp 300 Gramm schwer. Das reichte uns. Dafür gabs mehr vom Gemüse und den Kichererbsen. Zum Schluss sorgte ein Löffel kalter Joghurt auf der würzigen Sauce und ein paar zerzupfte Minzeblättchen für nötige Frische. So fein! Der Mitbewohner war ganz entzückt.

Schmoren im Sommer? Ja, unbedingt! Die Saucen von Schmorgerichten sind einfach genial und das übersetzt sich für mich in jede Jahreszeit.

Oder was meint ihr? Zieht ihr mit?

 

Lammhaxe mit Kichererbsen, Joghurt und Minze

Zutaten für 4 Personen:

4 Schweizer Lammhaxen* à 250-350g mit Knochen
Sonnenblumenöl
2 Zwiebeln, gehackt
2 Knoblauchzehen, gepresst
Gewürze: 1 TL Ras el Hanout, 2 TL Kreuzkümmel, 1 getrocknete Chilischote**
1 Lorbeerblatt
1 Prise Zucker
Salz und Pfeffer
2 Dosen Pelati

2 Dosen gekochte Kichererbsen
1 Aubergine
Saisongemüse nach Wahl: grüne Bohnen, Peperoni etc.
1 Becher Joghurt
1 kleiner Bund marokkanische Minze, fein gehackt

* Der Mitbewohner und ich haben uns 1 grosse Haxe geteilt

** passt die Gewürzmischung eurem eigenen Vorrat an. Ras el Hanout kann durch Garam Masala ersetzt werden oder einer MSP Kardamom und Zimt.

Zubereitung:

1. Haxen frühzeitig aus dem Kühlschrank nehmen und Zimmertemperatur annehmen lassen.

2. Das Fleisch im Schmortopf rundum anbraten. Fleisch aus dem Topf heben.

3. Zwiebeln andünsten. Gewürze (nicht verbrennen!) und eine Msp Zucker dazugeben. Mit Pelati ablöschen. Fleisch dazugeben und min. 2 Stunden schmoren lassen (je jünger das Tier, desto kürzer). Falls nötig, ein wenig Wasser hinzugeben.

Schneller: im Dampfkochtopf: ca. 45 Minuten auf der 2. Rille.

4. Wenn die Haxe weichgekocht ist, aus der Sauce heben. Im Ofen oder in der Alufolie warm halten. Das Gemüse würfeln und in die Sauce geben beigeben und für 10 Minuten weichgaren. Kichererbsen ohne Flüssigkeit in der Sauce erwärmen.

5. Die Haxen, Gemüse und Kichererbsen zusammen mit einem Löffel Joghurt und etwas zerzupften Minzeblättchen servieren.

Mein Tipp: reduziert die Fleischmenge und serviert dafür mehr Beilagen. Der Mitbewohner und ich haben uns eine grosse Haxe geteilt und sind wunderbar satt geworden.

Die Aktion #schmorenimsommer wurde von meinen Kolleginnen von stadt-land-gnuss.ch ins Leben gerufen. In den Sommermonaten verkaufen die Metzger hauptsächlich Grilladen. Stücke vom Vorderviertel wie Ragout und Siedfleisch bleiben liegen. Mit der Aktion #schmorenimsommer wollen wir auf saisonale Gerichte mit diesen Stücken aufmerksam machen.

Weitere Schmorgerichte gefällig? Michele empfiehlt ein scharfes Massaman Curry vom Bündner Yak.

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