Frauen an den Grill

Ihr habt sicher die Reibereien zwischen mir und dem Mitbewohner beim Grillieren gespürt. Wenn es den Männern so viel Freude bereitet, überlasse ich ihnen eigentlich gerne den Platz am Grill. So grosszügig sind wir Mädels. Dem Mitbewohner fehlte es aber am (Gas-)Grill am nötigen Fingerspitzengefühl. Das Fass zum Überlaufen brachte eine Kartoffelbratwurst. Mit den Worten „chunt scho guet“ überliess er die selbstgemachte Wurst bei hoher Hitze unbeobachtet ihrem Schicksal. Das Resultat? Geplatzte Wurst, böse Worte und ein fehlender Blogeintrag. Zuletzt habe ich den Mitbewohner gar ersetzt. Ihr erinnert euch an das geniale Grillieren im Irchelpark, wo ich zusammen mit einem Pfadfinderkollegen im Holzfeuer ein Tandoori-Poulet gebraten habe? Polyamorie wegen eines Grills? Das war auf Dauer auch keine Lösung.

Das Ende vom Lied? Frau an den Grill.

IchamGrill

Aber es musste ein anderes Gerät sein. Ein nachhaltigeres als der Gasgrill und ein Nose-to-tail-konformes. John Daly hat mir für diese Zwecke extra ein Big Green Egg zur Verfügung gestellt. Nun steht eines dieser wertvollen Geräten bei mir im Garten und wird jeden Morgen mit zärtlichen Worten begrüsst. Im Gegenzug zum Gasgrill benötigt die Bedienung aber etwas Training. Duri Campbell, der bei mir in der Nähe wohnt, hat mit mir geübt, bevor ich mich ans Grillieren der wertvollen Beute vom Metzger wagte (ich habe Duri immer noch auf der Kurzwahl vom Handy…). Das Ziel ist, dass ich all die Stücke vom Vorderviertel wie zum Beispiel Ribs oder Federstück auf tiefer Stufe saftig zubereiten kann. Männer wollen es immer schnell und heiss. Doch tiefe Hitze, Zeit und etwas Gefühl zaubern gerade aus verschmähten (günstigen) Fleischstücken einen kulinarischen Hochgenuss!

Der Mitbewohner fand es anfänglich semi-cool, dass ich jetzt noch einen zweiten Grill anschleppen musste, aber mit einem Gericht habe ich ihn zu 100 Prozent überzeugt: Pizzaaaaaa!

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Der Backofen schafft keine Temperatur über 250 Grad. Der Grill schon, und die Pizza schmeckt erst noch leicht nach Holzkohle. Ihr könnt die Pizza natürlich auch auf einem anderen Grill zubereiten – hauptsache ihr habt einen Pizzastein und einen Grilldeckel (siehe Martina und Moritz).

Die von mir geschätzte Signora Pinella hat mir noch einen Tipp verraten: damit’s extra knusprig wird, schwören manche Italiener auf Schweineschmalz im Teig!

Pizza vom Grill

für den Teig
500g Weizenmehl
10g Hefe
ca. 3.2dl lauwarmes Wasser
1 Prise Zucker
1/2 bis 1 TL Salz
1 TL Olivenöl
1-2 TL Wollsauschmalz* aus dem Emmental

für den Belag:
1 Dose Pelati (gehackte Tomaten)
Salz
2-3 Kugeln Mozzarella nach Wahl
Salz und Pfeffer
ein Faden Olivenöl fürs Finish
frischer Oregano

* bei Fiechters erhältlich.

Zubereitung:

  1. Das Mehl in die Schüssel der Küchenmaschine mit Knethaken füllen. Die Hälfte des Wassers dazugeben. Die Hefe zerbröckeln und zusammen mit dem Zucker ins Wasser geben. Auf der anderen Seite, Salz und Fett. 10 Minuten stehen lassen.
  2. Die Maschine auf tiefer Stufe einschalten und langsam so viel Wasser hinzugeben, bis ein glatter Teig entsteht. Danach etwa 5 Minuten kneten.
  3. Mit einem feuchten Tuch abdecken und einige Stunden (mind. 2h, danach in den Kühlschrank) gehen lassen.
  4. Für die Tomatensauce die Pelati aufkochen und mit Salz würzen. Ich habe sie so circa 10 Minuten simmern lassen, bis sie etwas eindickt. Auskühlen.

Grillieren auf dem BGE

1. Das Ei auf 350 Grad vorheizen (Gusseisendeckel geschlossen. Obere und untere Öffnung voll aufdrehen), dann zügig den ConvEGGtor mit den Füssen nach oben einlegen – anschliessend den Grillrost und den Pizzastein. Schnell wieder schliessen.

2. Den Stein nochmals 15 Minuten aufwärmen. Das Thermometer muss wieder 300 Grad plus anzeigen.

3. In der Zwischenzeit die Pizza belegen. Die Pizza auf den Stein legen und den Deckel schnell(!) schliessen. Nach 4-5 Minuten ist sie gar (oben hineinschauen).

Grillieren auf einem anderen Grill → bei Martina und Moritz reinschauen.

Schaut euch das Foto an. Mehr brauche ich euch nicht zu schreiben!

Foto 1

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