Ofen-Wurzelgemüse mit Salzzitrone

Dieses Rezept habe ich kürzlich als Beilage zu einer schönen, fetten Maispoularde serviert. Ich fand es dann aber so wunderschön und fein, dass ich ihm einen einzelnen Beitrag auf meinem Blog widmen möchte.

Meine Liebe zu meiner Heimat ist zum grossen Teil auch den vier Jahreszeiten geschuldet. Jeder Monat beschert uns andere Gerichte und Abwechslung auf der Speisekarte. Das Bild unten zeigt meine Beute vom letzten Marktbesuch.

rüeblis

  • orange Rüebli: der Klassiker und Liebling aller Kinder
  • rote Rüebli: weniger süss als die orangen Verwandten
  • schwarze Rüebli (von Wettstein, Zürich Seebach): es gibt auch solche, die innen orange sind, aber die ganz dunklen schmecken wie milde Randen. Achtung: sie färben stark ab.
  • Pfälzerrüebli: verwandt mit der Urform des heutigen Rüeblis. Schmecken gekocht besser, können aber auch roh gegessen werden
  • Peterliwurzel: mein Liebling in Schmorgerichten und Suppen
  • Baby-Sellerie mit Grün: das Grün eignet sich hervorragend zum Aromatisieren von Suppen
  • weisse Räbe: mutierte bei mir zum Räbeliechtli, wäre aber auch zum Essen geeignet
  • rote Zwiebel: im Ofen geröstet liebe ich sie

Wunderschön, nicht? Letzte Woche waren noch gelbe und Chioggia-Randen mit von der Partie. Es ist das reinste Farbenspiel und voller Geschmack. Ich glaube, die farbigen Rüebli und das andere Wurzelgemüse sind die neuen bunten Tomaten. Am besten holt man sich das Gemüse auf dem Markt direkt vom Produzenten. Der kann seinen Kunden auch sagen, wann welches Gemüse am besten schmeckt.

Ich möchte Lust auf die verschiedenen Rüeblis, Räben und Rüben machen, so dass sie uns erhalten bleiben und in ihrer bunten Vielfalt auf unseren Speiseplan zurückkehren. Sie haben eine derart lange Geschichte in unserem Land.

In meinem Zürcher Quartier freue ich mich diese Woche auf den Umzug der Kinder mit ihren selbstgeschnitzten Laternen aus Herbsträben. Es ist ein wunderschöner alemannischer Brauch, der in eine Zeit zurückreicht, als die Räben noch ein Grundnahrungsmittel darstellten. Der Räbeliechtli-Umzug symbolisiert das Einbringen der letzten Ernte vor dem Winterbeginn. In Zürich werden die Umzüge frühestens nächsten Mittwoch starten. Mein Räbeliechtli hängt aber bereits seit Halloween (aus Protest) auf der Terrasse.

räbeliechtli

Wurzelgemüse mit Salzzitrone

Zubereitungszeit: ca. 40 Minuten inklusive Backen

Zutaten:

Wurzelgemüse: farbige Rüebli, Räben, rote Zwiebel, bunte Randen, Pastinaken, Peterliwurzel
Sonnenblumenöl
Salzzitrone in feine Scheiben geschnitten
Meersalz
Knoblauch in Schale, zerdrückt
Blütenhonig
Thymian
Pfeffer

Zubereitung:

1. Gemüse rüsten. In Stücke schneiden und mit den übrigen Zutaten in einer Schüssel vermischen. Ich nehme Sonnenblumenöl anstelle von Olivenöl, weil das neutraler im Geschmack ist. Gemüsesorten, die eine etwas längere Garzeit haben, schneiden ich in kleinere Stücke.

Mein Tipp: schwarze Rüebli und rot Randen färben stark ab. Diese lieber vom übrigen Gemüse trennen.

2. In einer (oder eben zwei) ofenfesten Form bei 220 Grad Umluft je nach Grösse des Gemüses ca. 35 Minuten backen.

Dazu passt: zum Beispiel ein Sesam-Fladenbrot (und ein paar schöne Pouletschenkel!).

Mein Tipp: wer auch an das Grün von Randen oder Rüebli rankommt, macht damit ein schönes Pistou (französische Pesto ohne Käse) und serviert es dazu.

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