Falafel mit marinierten Randen und Za’tar

Noch vor ein paar Jahren hätte ich niemals so ein Gericht wie dieses gekocht. Alleine schon die Tatsache, dass man Kichererbsen stundenlang vorher einweichen muss, hätte mich abgeschreckt. Ich bin verfressen, aber leider aber sehr bequem. Irgendwann habe ich meine Haltung geändert. Ich erinnerte mich an meine Grossmutter, die in der Nachkriegszeit vier Kinder grossgezogen hat. Anfänglich konnte sie noch nicht einmal auf die Hilfe von Waschmaschine, Kühlschrank oder anderen Haushaltsgeräten zählen. Sie war aber nicht etwa Hausfrau. Weit gefehlt. Sie hat dabei auch noch 100 Prozent gearbeitet. Ich hab mir vorgestellt, wie ich meiner verstorbenen Oma erzähle, dass ich neben Pilates, Töpferkurs und Beruf einfach keine Zeit habe, 100 Gramm Kichererbsen in Wasser einzulegen.

Kochen ist wirklich keine grosse Sache, wenn man organisiert ist und es regelmässig macht. Hier könnte man zum Beispiel eine grosse Portion Falafel machen und diese gleich einfrieren. Schon hätte man Zeit gespart und erst noch etwas Leckeres im Gefrierfach anstelle der popligen Fertigpizza. Auch das Öl kann man recyclen… Ich hatte lange Angst vor dem Frittieren, weil ich die Schweinerei fürchtete. Aber es war ganz harmlos.

Was soll man noch mehr dazu sagen? Das Falafelrezept stammt von Ottolenghi und ist dementsprechend gut. Die Geschmackskombination der eingelegten Zitrone, Za’tar und Randen ist sehr stimmig. So macht vegan richtig Spass!

Rezept von: Inspiriert von Ottolenghi’s Falafel aus Jerusalem, Gmüeser und hier.

Zutaten für 2 Personen:

für die Falafel
100g Kichererbsen in kaltem Wasser
1 Zwiebel, fein gehackt
1 Knoblauchzehe, gepresst
1 Zweig Peterli, fein geschnitten
je 1 Msp Kreuzkümmel und Koriander, gemahlen
1 Prise Kardamon gemahlen
1 Msp Backpulver
1 Msp Pul Biber
3 TL Wasser
2 TL Mehl

Sonnenblumenöl zum Frittieren*

für die marinierte Rande:
1 grosse Rande, gekocht
1/2 TL Kreuzkümmel, gemahlen
2-3 EL Orangensaft
1 EL weisser Balsamico Essig
2 El Olivenöl
Pfeffer

für die Tahinisauce:
1 EL Tahini
2 EL lauwarmes Wasser
1 TL Zitronensaft
Salz

1/4 Salzzitrone*, Schale in feine Scheiben
einige Zweige frischer Koriander, fein geschnitten
einige Zweige Peterli, fein geschnitten
1/2 Frühlingszwiebel, Grün in feine Ringe
Pfeffer
1/2 TL Zatar-Gewürzmischung (z.B. Coop Fine Food)

oder: Mischung aus geröstetem Sesam, getrocknetem Thymian und Oregano, Sumach, Meersalz

* Frittieröl kann man wiederverwenden.
** schnelles Rezept aus Ottolenghi’s Jerusalem

Zubereitung

1. Kichererbsen in dreifacher Menge kaltes Wasser über Nacht einlegen. Gut abtropfen und zusammen mit Zwiebeln, Knoblauch und Peterli zweimal durch den Fleischwolf drehen (oder mit der Küchenmaschine).

2. Zusammen mit den übrigen Zutaten und 1 EL Wasser mit den Händen zu einem glatten Teig kneten. Abgedeckt eine Stunde kühlstellen.

3. Randen schälen und in 0.5cm dünne Scheiben schneiden. Für die Marinade Orangensaft, Essig und Öl verrühren. Knoblauch und Kreuzkümmel zugeben, mit Salz und Pfeffer würzen. Zusammen mit den Randenstücken 30 Minuten marinieren.

4. Tahini mit Zitronensaft und Wasser glattrühren und mit Salz würzen. Salzzitrone vierteln, das Fruchtfleisch von der Schale schneiden. Schale fein würfeln.

5. Aus dem Kichererbsenteig circa 2 TL grosse Bällchen formen.

6. In einen kleinen Topf Sonnenblumenöl 5cm hoch geben und zu circa 180 Grad erhitzen (Test mit einem Stückchen Brot machen). Die Bällchen portionenweise 2-3 Minuten frittieren. Auf Haushaltspapier abtropfen.

7. Randen mit Kräutern, Zitronenschale, Tahinisauce und Za’tar anrichten. Zusammen mit den Falafel servieren.

Dazu passt: (Linsen-)Hummus, frisches Fladenbrot vom Türken um die Ecke.

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